
07 Apr 2006
Generelles über unser Haus
Nach einer Besichtigung unseres Münsterschen Hauses durch die Untere Denkmalbehörde wurde mit Datum vom 14.07.86 dieses in die Denkmalliste der Stadt Münster als schutzwürdiges Denkmal eingetragen. Nachstehend folgt die aufschlußreiche Begründung des Bescheides:
Bezeichnung / Typ: ehem. Wohnhaus mit Atelier
Wertung: Das dreigeschossige, unterkellerte Wohnhaus und Privatatelier des Bildhauers Prof. Franz Guntermann aus Münster wurde in Massivbauweise unter Flachdach 1928 von dem Bielefelder Architekten Grieser errichtet. Dieser strenge Putzbau mit Lochfassade bildete für die ältere Architektengeneration Münsters den Beginn einer neuen Epoche, die erst 1931 fortgesetzt wurde. Das sachlich moderne Gebäude knüpft an den völlig vom Historismus losgelösten Bauhaus-Stil an. Das Haus ist als ein für Münsters Architekturgeschichte bedeutendes Beispiel, aus städtebaulichen, stadtentwicklungsgeschichtlichen und wegen seiner außergewöhnlichen künstlerischen Qualität denkmalswert.
1. Benennung des Objekts, Typ, Einordnung in die Umgebung Das als Atelier genutzte Wohnhaus liegt an der Ostseite des Studtplatzes. Ein umfriedeter Garten trennt es zur Studtstraße hin. An das ursprünglich freistehend geplante und auch so ausgeführte Gebäude schließt sich heute an der Nordseite eine Bebauung an, so daß sich eine deutlich ausgeprägte Platzecke ergibt. Das Gebäude hebt sich von der Umgebung ab.
2. Daten Erbaut: 1928 Architekt: Grieser, Bielefeld Bauherr: Prof. F. Guntermann, Münster
3. Bauliche Veränderungen Die hauptsächlichen baulichen Veränderungen betreffen die Fenster. So wurden die ehemals kreisrunden Fenster des Obergeschosses durch das Architektenbüro Gonser, Elliger, Wojner Münster zu quadratischen Fenstern umgestaltet. Die lanzettförmigen Fenster wurden in ihrem unteren Bereich verkürzt. Zusammen mit der nicht mehr originalen Sprosseneinteilung der Balkontüren und der übrigen Fenster ergibt sich heute ein Fassadeneindruck, der die ursprünglich interessante und spannungsreiche Struktur abschwächt. Die Umzäunung mit deutlicher vertikaler Dominanz ist durch eine horizontale Verbretterung ersetzt worden.
4. Formhistorische Beschreibung der baulichen Gestaltung Die Grunddisposition des Gebäudes ist durch den U-förmigen, zur Studtstraße hin offenen Grundriß gekennzeichnet. Im Aufriß äußert sich dieser in zwei Vollgeschossen und mit obersten, mit kreisrunden Öffnungen durchfensterten Mezzaningeschoß. Zwischen die beiden Flügel ist ein etwas niedriger, zweigeschossiger Bau gespannt, der mit seiner vertikalen Gliederung besonders in Erscheinung tritt. Die Fenster bestehen aus zwei bzw. drei schmalen Bahnen, die sich über beide Geschosse ziehen. Die nach oben als Rundbögen abgeschlossenen Bahnen enthalten im Sockelbereich gegenständliche, reliefartige Plastiken. Zwei davon wurden wohl in Anlehnung an Adam- und Eva- Darstellungen geschaffen. Bei genauerem Hinsehen läßt sich die männlich hockende Figur als Bildhauer mit Hammer und Meißel identifizieren - vielleicht ein Selbstbildnis des Bauherrn? In Gegensatz zu dem vertikalisierenden Atelierbau erscheinen die Flügel deutlicher als Wohntrakte mit rechteckigen und im obersten Geschoß ehemals runden Fenstern. Im Erdgeschoß wurden, in Angleichung an die Haustür, die Fenster mit übergreifenden profilierten bis zum Boden reichenden Rahmungen versehen. Als ein sehr schönes, zwischen den Bauteilen vermittelndes Motiv erscheinen zur Südseite (Studtstraße) zwei nur leicht heraustretende Balkone auf kantigen Mittelkonsolen und rundbogigen Türen mit kräftigen Scheitelsteinen. Den überzeugenden sachlichen Fassaden und dem geschlossenen, kubischen Gesamteindruck entspricht eine klare innere Raumaufteilung.
5. Beschreibung der historischen Nutzung und Bedeutung Der Bildhauer Prof. Guntermann ließ dieses Gebäude zur eigenen Nutzung als Wohnhaus mit Atelier errichten. Er bestimmte das spezifische Raumprogramm. Franz Guntermann wurde am 22.08.1881 in Steele a.d. Ruhr geboren. Er studierte nach praktischer Lehrzeit als Bildhauerlehrling an der Münchener Gewerbeschule und der dortigen Akademie und war als freier Künstler tätig. Er wurde 1913 als Lehrer an die Gewerbeschule in Dessau berufen und wirkte in gleicher Eigenschaft ab 1914 in Bielefeld. Seit 1928 war er Leiter der Fachklasse für Holz- und Steinbildhauer an der Meisterschule in Münster. Für den Bau seines Wohnhauses in Münster nahm er sich einen Architekten aus Bielefeld, aus der Stadt, in der er tätig war. Eine besondere Bedeutung erlangt das Gebäude, da es als erstes in Münster den expressionistischen Stil überwindet und sich mit neuen Möglichkeiten des Bauens auseinandersetzt, wie sie etwa gleichzeitig vom Bauhaus in Weimar unter Leitung von Walter Gropius propagiert worden sind. Das Neuartige zeigt sich in der Verwendung des Flachdaches und der kubischen Gestaltungsweise des Baukörpers. Dieser zu jener Zeit für Münster ungewöhnlich moderne Stil hat erst Jahre später eine Nachfolge gefunden. Beispielhaft sei auf das Wohnhaus Wiedemann in der Münzstraße 9 von 1931 verwiesen, ein Bau, in dem sich die neue Sachlichkeit noch deutlicher äußert. Das Gebäude Studtstraße 31 wird nach Umbauarbeiten seit 1965 von der Studentenverbindung Wingolf als Wohnheim genutzt.
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06 Apr 2006
Wichtige Ankündigung!
Am 12.10. findet ab 20:00 hct ein Erstsemesterbegrüßungsabend auf dem Haus statt.
Alle Gäste, sowie Philister und Bundesbrüder sind herzlich willkommen!
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07 Apr 2006
Chargierte des WiSe 2010/2011
Senior (X) Carl Philipp Müller
Fuxmajor (XX) Marius Stracke
Kneipwart (XXX) David Ponwitz
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